VeRSiert (Archiv)
17. Juli 2010:
Feldversuch
„VeRSiert“-Feldversuch zur Anwendung Mobiler Dienste bei den „Kölner Lichtern“
Die Anwendung der Mobilen Dienste während der Kölner Lichter 2010 wurde unter der Federführung des IAT und in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln dokumentiert. Mit einem Filmbeitrag wird ein Einblick in einen Feldversuch gegeben. Als Ergebnis einer Evaluation konnte die Wirksamkeit der Versuchsreihe und die hohe Akzeptanz dieser technischen Innovation bei Anwendern aufgezeigt werden.

 



Abb.: Einweisung der Anwender vor Beginn des Feldversuches mit Mobilen Diensten.
 
 
 
 
17. Juli 2010:
Zählungen für die Sicherheit im ÖPNV
„VeRSiert“ untersuchte Besucherlenkung bei den „Kölner Lichtern“
Das Forschungsprojekt „VeRSiert“ analysierte bei den gestrigen Kölner Lichtern mit einer Vielzahl von Zählern erfolgreich die Verkehrsströme bei Großveranstaltungen. Ziel der Aktion war es, neue Erkenntnisse über das Bewegungsverhalten der Besucher zu erhalten, um Großereignisse noch sicherer zu machen.
Köln. Die Domstadt war gestern Schauplatz einer der größten Open-Air-Veranstaltungen Deutschlands: Bei der zehnten Ausgabe der „Kölner Lichter“ bevölkerten rund hunderttausende Besucher aus halb Nordrhein-Westfalen die Innenstadt. Da ein Großteil der Gäste mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreiste, wurde der Kölner Hauptbahnhof am Samstag zum Nadelöhr. Hunderttausende bewegten sich von diesem Ausgangspunkt in Richtung Rhein und von dort wieder in der Nacht zurück. Doch welche Wege nutzen die Besucher zu ihren Bahnen? Genau bei dieser Frage setzt die Arbeit von „VeRSiert“ an. Das vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt hat das Ziel, die Vernetzung zwischen Verwaltung, Verkehrsbetrieben, Veranstaltern und Einsatzkräften bei Planung, Durchführung und Nachbereitung von Großveranstaltungen weiter zu optimieren, um den Besuchern – insbesondere bei der An- und Abreise mit Bus und Bahn – größtmögliche Sicherheit zu bieten. „VeRSiert“ Projektpartner sind die Stadtverwaltung Köln, die Kölner Verkehrs-Betriebe AG, die Nahverkehr Rheinland GmbH sowie die Universitäten Wuppertal und Stuttgart und die Firmen Airport Research Center und Vitracom AG.
 
Wie verhält sich eine Menschenmenge?
Im Rahmen von „VeRSiert“ wurde neben Spielen des Fußballbundesligisten 1. FC Köln auch die „Kölner Lichter“ untersucht, weil sich bei diesen Großveranstaltungen gut beobachten lässt, wie sich die Besucherströme durch den Hauptbahnhof und die dortige KVB-Haltestelle bewegen – besonderes Augenmerk wurde dabei auf Fragestellungen gelegt wie „Was passiert eigentlich, wenn ein Hagelschauer auf die vor dem Bahnhof wartenden Besuchermassen herunter prasselt und diese unvermittelt in das Gebäude hineinströmt“? „Um auf derartige Situationen optimal vorbereitet zu sein, können diese in einem Computermodell durchgespielt werden. Dafür werden hochwertige Eingangsdaten benötigt“, erklärt Olaf Junker vom Airport Research Center. Um an diese Daten zu gelangen, war das „VeRSiert“-Team in der Nacht von Samstag auf Sonntag vor, während und nach den „Kölner Lichtern“ im Hauptbahnhof und in der dortigen KVB-Haltestelle aktiv. Bereits bei der Anreisephase wurden die Besucher durch Personenfrequenzmesssysteme in der KVB-Haltestelle anonymisiert gezählt und ihre Laufrichtung registriert. Zudem wurden Fahrzeugtyp, Linie, Zeit und Belegung der jeweiligen U-Bahn festgehalten. Diese Zählungen liefen den kompletten Abend und wurden durch manuelle Zählungen an den Eingängen des Hauptbahnhofs ergänzt. Weil die Besucher nach Ende des Feuerwerks erfahrungsgemäß schnell nach Hause möchten und in den Bahnhof strömen, gilt die Abreisephase als besonders prekär. Daher wurden zusätzlich zu den Personenfrequenzmesssystemen 20 Beobachter eingesetzt, die ausschließlich mit der Fragestellung betraut waren, wie sich die Fahrgäste innerhalb des Bahnhofes bewegten. „Wie viele gehen direkt zum Gleis, wer kauft sich noch eine Fahrkarte oder bummelt an den Schaufenstern vorbei? – diese Fragen wollten wir beantwortet haben und erfassten daher Bewegungsmuster und die Verweildauer der Besucher. Denn je besser die Eingangsdaten sind, desto realitätsnaher sind die Ergebnisse“, so Olaf Junker.
 
Auch das subjektive Sicherheitsempfinden wurde getestet
Da aber nicht nur die beobachtete Bewegung eine Rolle spielt, sondern auch das subjektive Empfinden, wurde in der Anreisephase eine Befragung zum Sicherheitsempfinden in der U-Bahn Haltestelle der KVB durchgeführt. Da im Gedränge weder Platz noch Zeit für einen langen Fragebogen blieb, wurde sich auf die zentrale Frage „Fühlen Sie sich sicher?“ beschränkt. Die Besucher beurteilten die Frage anhand eines Ampelsystems, wobei Grün „Ich fühle mich sicher“ und Rot das Gegenteil bedeutete. „Wir wollen damit herausfinden, welche Faktoren für das Sicherheitsempfinden der Besucher besonders wichtig sind. Wann ist der Bahnhof so voll, dass sich die Besucher unwohl fühlen? Dabei unterscheiden wir zwischen Mann und Frau“, schildert Ulf Schulze-Bramey von der Universität Wuppertal. Verkehrsexperten aus Wuppertal verteilten noch in der Nacht 1.000 Fragebögen an der Haltestelle Dom-/Hauptbahnhof an die Fahrgäste der KVB. Ziel der Befragung ist es, die Sicherheitsmaßnahmen der KVB von den Kunden bewerten zu lassen, um diese weiter zu verbessern. „Wir hoffen, dass uns möglichst viele KVB-Kunden die verteilten Fragebögen zusenden“, so Prof. Gerlach von der Universität Wuppertal.
 
Die Universität Stuttgart testete zudem mit ausgewählten Besuchern der Kölner Lichter die Bedienbarkeit und den Nutzen neuartiger „Mobiler Dienste", die speziell für den Einsatz bei Großveranstaltungen konzipiert wurden. Über mobile Endgeräte wie Handys erlauben sie den Austausch von Fotos und Kurznachrichten, Mitteilungen durch Veranstalter und Verkehrsunternehmen, das einfache Auffinden von Freunden sowie die Orientierung im Veranstaltungsgebiet. "Mit diesen Funktionalitäten wären auch Notfallmeldungen durch die Teilnehmer sowie Warnmeldungen und Verhaltenshinweise durch öffentliche Institutionen möglich", erläutert Dr. Heiko Roßnagel von der Universität Stuttgart.
 
Viele relevante Daten gesammelt
Projektkoordinator und NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober äußerte sich sehr zufrieden über den Verlauf der „VeRSiert“-Aktivitäten rund um die „Kölner Lichter“: „Das Team konnte durch die vernetzten Aktionen viele relevante Daten sammeln, die für das Erreichen des Projektziels, nämlich die Sicherheit der Fahrgäste bei Großveranstaltungen im Öffentlichen Personennahverkehr zu erhöhen, sehr wichtig sind.“
 
 
 
 
7–11. Juni 2010:
Projekt VeRSiert internationaler Arbeitsgruppe vorgestellt
Im Rahmen der siebten Konferenz der IWGLTS (International Working Group on Land Transport Security), die vom 7. bis 11. Juni 2010 in Bonn stattfand und vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ausgerichtet wurde, fand am 9. Juni 2010 ein Besuch bei der Kölner Verkehrs-Betriebe AG statt.
Herr Fabian Kaiser, stellvertretender Projektleiter im Bereich Nahverkehrsmanagement der Kölner Verkehrs-Betriebe AG, stellte den Mitgliedern aus Australien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Malaysia, Niederlande, Philippinen, Russland, Singapur, Spanien, Südkorea, USA und der EU das Forschungsprojekt „VeRSiert" vor. Dabei ging Herr Kaiser besonders auf eine modulare und übertragbare Schulung für Nahverkehrsbetriebe ein, die von der Kölner Verkehrs-Betriebe AG im Rahmen von VeRSiert entwickelt wird.
 
Die internationale Arbeitsgruppe IWGLTS befasst sich in erster Linie mit Fragen der Terrorismusprävention im Oberflächenverkehr (ÖPNV, Schiene). Ziel ist die Schaffung eines Forums und eines Netzwerks für einen Austausch von internationalen Erfahrungen und Best Practices.
 



Abb.: Herr Kaiser von der KVB AG stellt den Mitgliedern der IWGLTS das Projekt vor.
 
 
 
 
30. Juni 2010:
VeRSiert lud zum Meilenstein-Treffen
Durch optimale Vernetzung entsteht für Besucher von Großveranstaltungen ein Optimum an Sicherheit
Köln. Zehntausend Menschen feiern bei einem Konzert auf dem Roncalli-Platz, als sich plötzlich ein Unwetter mit starkem Regen und Hagel ankündigt. Zum Schutz vor den zentimetergroßen Hagelkörnern strömen die Besuchermassen in Windeseile über die Domplatte in den Hauptbahnbahnhof. Das Empfangsgebäude ist schnell überfüllt, die Eingänge sind versperrt, Gedränge kommt auf….
 
Um schon im Vorfeld auf solche oder ähnliche Situationen vorbereitet zu sein und frühzeitig zu erkennen, wie sich Menschenmassen im Bahnhof oder Stadion bewegen, ist „VeRSiert“ ins Leben gerufen worden. „VeRSiert“ ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Forschungsprojekt, das in Köln von der Stadt, der KVB und der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) getragen wird. „Ziel von VeRSiert ist es, am Beispiel der Stadt Köln die Vernetzung zwischen Verwaltung, Verkehrsbetrieben, Veranstaltern und Einsatzkräften bei Planung, Durchführung und Nachbereitung von Großveranstaltungen weiter zu optimieren, um den Besuchern – insbesondere bei der An- und Abreise mit Bus und Bahn – größtmögliche Sicherheit zu bieten“, erläutert „VeRSiert“-Projektkoordinator und NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.
 
Präsentation der bisherigen Forschungsarbeit
Vor diesem Hintergrund kamen nun beim „4. VeRSiert-Meilensteintreffen“ im Hause der Nahverkehr Rheinland GmbH Vertreter der Stadtverwaltung Köln, der Kölner Verkehrs-Betriebe, der Berufsfeuerwehr Köln, der Bundespolizei, dem Polizeipräsidium Köln, dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste, dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg, dem Verbund Deutscher Verkehrsunternehmen und des VDI-Technologiezentrums sowie der Veranstalter der Kölner Lichter Werner Nolden samt Planungscrew zu einem eintägigen Austausch zusammen. Im Stil einer Messe wurden den Besuchern an sechs Stationen die Ergebnisse der bisherigen Forschungsarbeit des Sicherheitsprojektes präsentiert.
 
Die Gäste informierten sich über Videosysteme zur Erfassung von Besucherströmen, sie lernten ein modulares Schulungskonzept zum Thema Sicherheit für Verkehrsbetriebe kennen und begutachteten ein Kooperationsportal als zentrale Sammelstelle von institutionsübergreifenden Informationen bei Großveranstaltungen. „Im Projekt wird eine Software entwickelt mit der alle an einer Großveranstaltung Beteiligten vernetzt werden. Mit einem Klick gelangen Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und Veranstalter an alle relevanten Informationen. Die Software umfasst von der Telefonliste über die Ansprechpartner bis zum Absperrplan alle Daten, die für eine Großveranstaltung notwendig sind“, sagt Dr. Norbert Reinkober.
 
Notfallinformationen über das Handy
Eine weitere Station befasste sich mit dem Thema „Mobile Dienste“. Dabei soll jeder Veranstaltungsbesucher über sein Handy über einen möglichen Krisenfall informiert und mit den wichtigsten Hinweisen und Verhaltensregeln für den Notfall versorgt werden. Des Weiteren wurde ein Erhebungskonzept zur Erfassung des Sicherheitsempfindens sowie einem Simulationsmodell des Hauptbahnhofs Köln vorgestellt, mit dem „Was-wäre-wenn?“-Fragestellungen bei sehr hohem Publikumsverkehr und auch bei einem möglichen Katastrophenszenario durchgespielt werden können.
 
Die Resonanz der Experten auf die Präsentationen war groß. An den Stationen kam es zu angeregten Diskussionen und einem fruchtbaren Austausch. Die Anregungen der Anwender fließen nun in die weitere Entwicklung der Systeme ein. „Der Dialog zwischen den Vertretern der Institutionen und den Projektpartnern war ein wichtiger Bestandteil des Meilenstein-Treffens. Nur wenn wir die potentiellen Nutzer in die Entwicklung einbeziehen, können wir diese auch für die spätere Akzeptanz der Systeme gewinnen“, sagt Dr. Norbert Reinkober, der mit dem Verlauf des Treffens sehr zufrieden war. „Die Reaktionen der Besucher auf die Präsentationen waren sehr positiv und bestärken das „VeRSiert“-Team in seiner Arbeit.“ Das Projekt beschränkt sich übrigens nicht nur auf die Stadt Köln. Auch Kommunen, die noch nicht so gut vernetzt sind wie die Domstadt, können von den Forschungsergebnissen von „VeRSiert“ profitieren.
 
 
 
 
21. Mai 2010:
Informations- und Kooperationsportal
Auf der Basis des bisherigen Anforderungsmanagements wurde das Informations- und Kooperationsportals weiterentwickelt. Die dritte Ausbaustufe des Portals steht im Zentrum des Gesamtsystems EVITOS. Mit ihm können die beteiligten Organisationen bei der Planung und Durchführung einer Großveranstaltung kooperieren und bereits gesammelten Informationen für zukünftige Großveranstaltungen nachhaltig nutzen.
 
Über Schnittstellen des Portals können die Akteure wichtige Informationen (z. B. Stammdaten, Karten, Baustelleninformationen, Verkehrslenkungspläne, Gefahrenabwehrpläne, Simulationen, Videoanalysen, etc.) beziehen und austauschen.
 
 



Abb.: Eingangsseite zum Informations- und Kooperationsportal
 
Das Portal wird dieses Jahr interessierten Fachgremien in zahlreiche Kongressen (z. B. Interschutz 2010, Informatik 2010) umfassend dargestellt.
 
 
 
 
11. Juli 2009:
Kölner Lichter 2009
Mit dem zurzeit im Aufbau befindlichen Simulationsmodell können im Untersuchungsgebiet ab 2011 neuralgische Orte mit durchquerenden Personenströmen computergestützt vorab auf potenzielle Gefahrenquellen und unvorhergesehene Ereignisse geprüft werden. "Wie wirkt sich ein umgefallener Mülleimer auf den Fluss eines dichten Personenstromes aus?" oder "macht es Sinn, eine Rolltreppe bei Großveranstaltungen nur in die Hauptfließrichtung laufen zu lassen?". Solche Fragen können zukünftig im Vorfeld optimal geklärt werden, ohne daß großer finanzieller Aufwand entsteht.
Um über valide Simulations-Eingangsdaten zu verfügen, hat das VeRSiert-Konsortium zu den "Kölner Lichtern 2009" weitreichende Datenerhebungen vorgenommen.
 
Video-Analyse
Am Vorabend der "Kölner Lichter" wurde seitens des Projektpartners Vitracom der Aufbau von Videokameras im Bereich der Stadtbahnhaltestelle "Dom/Hauptbahnhof" plangemäß abgeschlossen. So konnten über die gesamte Veranstaltungsdauer wertvolle Informationen über die Menge und Aufteilung der Fahrgastströme gewonnen werden.
Bei den eingesetzten Videokameras handelt es sich um Spezialgeräte, die keine Videoaufzeichnung im üblichen Sinne vornehmen, sondern die erfassten Daten direkt als Zahlen in einer Tabelle abspeichern. So lassen sich Datenerfassung und Datenschutz vereinbaren: Bilder werden nicht abgespeichert und sind auch nicht rekonstruierbar.

Abb.: Standorte der Kameras
 
 
Querschnitts-Zählungen
Im Bereich der Eingangshalle des Kölner Hauptbahnhofs wurden während der "Kölner Lichter" von 23:30 Uhr bis 1:30 Uhr an 16 Standorten die Anzahl der vorbeigehenden Personen richtungsscharf festgehalten. Gemessen wurde mit Zählklickern in 10-Minuten-Blöcken. Dabei unterstützt wurde das VeRSiert-Konsortium durch die Ingenieurgesellschaft Stolz mbH, die mit erfahrenem Zählpersonal und dem Equipment aus Neuss anreiste.

Abb.: Zählstationen am Kölner HBF / Kölner Lichter 2009 / 23:30 – 1:30
 
 
Befindlichkeits-Erhebung
Kräfte des Konsortialpartners "Fachgebiet Produktsicherheit und Qualitätswesen" (FG ProQ) von der bergischen Universität Wuppertal waren während der Anreisephase von 21:00 – 23:00 tätig. Im Bereich der Stadtbahnhaltestelle "Dom/Hauptbahnhof" und der Zwischenebene zur DB wurde eine Befindlichkeits-Erhebung durchgeführt. Hierzu wurde das Cards & Lights Verfahren angewendet: Passanten bekamen beim Verlassen der Stadtbahn eine Karte überreicht, auf deren Vorderseite eine These zu ihrer Befindlichkeit aufgedruckt worden war.

Abb.: Rückseite einer Cards & Lights Karte

Diese Karte konnte einige Wegmeter weiter in eine von drei aufgestellten Urnen geworfen werden.
Rote Urne = Ablehnung der These
Gelbe Urne = Keine Meinung
Grüne Urne = Zustimmung zur These
Befragt wurden 1338 Personen (27,9% der Passanten). 889 Karten wurden in die Urnen eingeworfen (Rücklauf = 66,4%)
Insgesamt waren während der Kölner Lichter 2009 im Rahmen von VeRSiert 32 Wissenschaftler und Assistenten im und um den Kölner Hauptbahnhof mit verschiedenen Aufgaben betraut. Dieser Einsatz – so läßt sich rückwirkend feststellen – kann als großer Erfolg verbucht werden. Valide Daten und Erkenntnisse konnten wie geplant gewonnen werden, die von großem Wert für die kommenden Schritte im Projekt sind.
 
 
 
 
 
3. Juni 2009:
Aktuelle Forschungsergebnisse/-tätigkeiten
Ereignisse während der letzten Monate wie die schweren Ausschreitungen zwischen Fußballfans bei den „Rheinischen Derbys“ oder dem zunehmenden Vandalismus /der Gewalt im Karneval 2009 haben gezeigt, dass das Thema Sicherheit bei Großveranstaltungen brandaktuell ist. Hierzu bedarf es innovativer Lösungsansätze, zu denen wir mit VeRSiert einen wertvollen Beitrag leisten werden.
Die Projektphase zwischen dem ersten und dem zweiten Meilenstein (November 2008 – April 2009) diente der Umsetzung des Arbeitspaketes 1 „Ermittlung der Anforderungen“ und des Arbeitspaketes 2 „Konzeption“.
 
Ist-Analyse
Die Aufnahme der organisationsübergreifenden Prozesse und Informationsanforderungen bei der Planung und Durchführung von Großveranstaltungen mit relevanten Akteuren in Köln sowie großen Veranstaltern wurde fortgesetzt. Bei der Planung und Durchführung von Großveranstaltungen lässt sich eine Vielzahl verschiedener Tätigkeiten erkennen. Die Reihenfolge der Prozessschritte unterscheidet sich dabei zwischen Akteuren und Veranstaltungen. Die Zusammenarbeit wird derzeit nur sehr begrenzt durch IT-Systeme unterstützt.
 
Erprobung erster videobasierter Personenzählungen
Es wurden zur Erprobung erste Erfassungen und Aufteilungen der Fahrgastströme am Kölner Hauptbahnhof und am Rhein-EnergieStadion durchgeführt, an der KVB-Haltestelle Dom/Hbf sind Fahrgäste zum Sicherheitsempfinden befragt worden und schließlich wurde der Pretest zur Befragung der Verkehrsunternehmen abgeschlossen.
 
Konzeption eines web-basiertes Informations- und Kooperationsportals
Ein web-basiertes Informations- und Kooperationsportal dient dem organisationsübergreifenden Informationsaustausch sowie der Kommunikation und Kooperation zwischen verschiedenen Akteuren bei Großveranstaltungen. Hierfür erfolgte die fachliche und technische Spezifikation für normal verlaufende Veranstaltungen als Basis für die Implementierung des ersten Demonstrators, u.a. mit funktionalen Anforderungen, exemplarischen Bildschirmmasken sowie einem detaillierten Daten- bzw. Relationenmodell.
 
Konzept nationaler Befragungen
Das Erhebungskonzept zur bundesweiten Befragung von Verkehrsunternehmen ist erstellt worden. Neben der Einbindung von Verkehrsunternehmen in die Planung und Durchführung von Großveranstaltungen stehen dabei konkrete Maßnahmen, Erfahrungen und Managementstrategien zur Verbesserung der Sicherheit im Zentrum des Interesses. Die Befragung der Verkehrsunternehmen wird durch eine Erhebung in ausgewählten Kommunen ergänzt.
 
Konzept internationaler Befragungen
Die Erhebungen bei Verkehrsunternehmen im Ausland zur Bestandsaufnahme von organisatorischen und personellen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit werden sich auf die Städte Madrid und London konzentrieren. Hierzu werden Experteninterviews geführt, die bis Ende Juli 2009 abgeschlossen sein werden.
 
Konzeption einer Simulation von Besuchermassen/ -strömen
Die Simulation wurde hinsichtlich der Abbildung von Zusammenhängen beim Verhalten von Personen weiterentwickelt. Dafür wurde die konzeptionelle Kopplung zwischen Realität und Simulation durch einen Regelkreis spezifisch für VeRSiert erarbeitet. Die möglichen Inputparameter anderer Partner für die Simulation wurden systematisch analysiert. Zudem wurde das Simulationsmodell des Kölner Hauptbahnhofs verfeinert.
 
Konzeption von ortsbezogenen mobilen Diensten für die Einbindung von Bürgern und Hilfseinsatzkräften
Nach einer Analyse der bestehenden mobilen und mobilfähigen Dienste der Projektpartner wurden auf Basis einer integrierten Mobile-Dienste-Plattform für Veranstaltungen und Ereignisse die Favoriten zur Umsetzung in VeRSiert identifiziert.
 
Konzeption eines permanenten sicherheitsbezogenen Kundenanforderungs- und -zufriedenheits-Messverfahrens
Ein vorhandenes Konzept zur permanenten Messung der Kundenzufriedenheit wurde auf die spezielle Situation in VeRSiert übertragen. Dabei wurden die relevanten Einflussfaktoren und Umgebungsvariablen identifiziert. Darauf aufbauend wird das Messverfahren vorgestellt, mit dem konkret am Kölner Hauptbahnhof permanent das Sicherheitsempfinden von Fahrgästen bei Großveranstaltungen gemessen werden könnte.
 
 
22. September 2008: Presseerklärung
Sicherheitsprojekt „VeRSiert“ gestartet
Forschungsprojekt soll Großveranstaltungen sicherer machen
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Sicherheitsprojekt „VeRSiert“ zielt darauf ab, bei Großveranstaltungen durch eine optimierte Vernetzung von Verkehrsgesellschaften, Einsatzkräften, Veranstaltern und Fahrgästen die Sicherheit insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr weiter zu erhöhen.
„Gerade der Nahverkehr im Rheinland steht im Hinblick auf die Sicherheit im Umfeld von Großveranstaltungen vor großen Herausforderungen.“ erklärt Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH. „Denn Großveranstaltungen verschiedenster Art nehmen hier in ihrer Anzahl und Bedeutung ständig zu. Außerdem wächst die Mobilität der Menschen permanent. Deshalb sind innovative Ansätze beim vernetzten Verkehrsmanagement das Gebot der Stunde. Diese“, betont Reinkober, „lassen sich nur gemeinsam entwickeln und meistern.“
Ziel von „VeRSiert“ ist es, die Vernetzung zwischen Verwaltung, Verkehrsbetrieben, Veranstaltern und Einsatzkräften bei Planung und Durchführung von Großveranstaltungen zu verbessern, um Besuchern – insbesondere bei der An- und Abreise mit Bus und Bahn – größtmögliche Sicherheit zu bieten.
Gefahrenprävention durch optimierte Abläufe steht dabei im Vordergrund. Doch auch in Krisensituationen sollen Besucher geschützt werden, indem Notlagen frühzeitig erkannt und Einsätze bestmöglich koordiniert werden.
Mit Hilfe von Expertengesprächen und Befragungen, soll der Erfahrungsschatz der Akteure erfasst und strukturiert werden. Weiteres Ziel des Forschungsprojektes ist es herauszufinden, wie Mobiltelefone und andere mobile Kommunikationsgeräte für Gefahren- und Hinweismeldungen genutzt werden können. Zahlreiche Videoanalysen und Simulationen werden Erkenntnisse liefern, wie sich Menschenströme im Normalfall, im Gedränge sowie in Panik verhalten.
Die im Untersuchungsraum Köln gewonnenen Forschungsergebnisse – so das Ziel des Projektes – sollen in eine Informationsplattform einfließen, die in ihrer Grundstruktur auch in anderen Städten nutzbar ist.
Das bis Mitte 2011 laufende Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ als Teil der sogenannten „High-Tech-Strategie“ der Bundesregierung mit 2,7 Mio. Euro gefördert. Weiterführende Informationen zu „VeRSiert“ und den beteiligten Projektpartnern finden sich unter www.versiert.info im Internet.
Übrigens: "VeRSiert" steht für „Vernetzung von Nahverkehrsgesellschaften, Einsatzkräften, Veranstaltern und Fahrgästen für Sicherheit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bei Großveranstaltungen“.
Weitere Presseerklärungen:
16./17. September 2008: Szenarienverwendung
Die einzelnen Projektpartner konkretisierten ihre Ausgaben und präsentieren erste Ergebnisse entlang der gemeinsam ausgewählten Veranstaltungszenarien Bundesligaspiele, Kölner Lichter und Deutscher Evangelischer Kirchentag.
In parallelen Arbeitsgruppen wurden zudem die weiteren Aktivitäten hinsichtlich der Analyse bestehender Vorgehensweisen bei sicherheitskritischen Situationen sowie hinsichtlich der tatsächlichen Verkehrsströme im Nahverkehr bei Großveranstaltungen untereinander abgestimmt.
Am 17. September 2008 stellte Herr Dr. Reinkober zudem in Düsseldorf das Projekt VeRSiert auf der neu errichteten Innovationsplattform zum Schutz von Verkehrsinfrastruktur vor, die durch das BMBF initiiert wurde.
16. Juli 2008: Szenariendefinition
Das Arbeitspaket 1 legt die Grundlagen für die weitere Projektarbeit. Auf dem ersten Arbeitstreffen am 16. Juli 2008 in Wuppertal wurde eine gemeinsame Klassifizierung von Veranstaltungen und ungeplanten Ereignissen erarbeitet.
Zudem wurden konkrete Szenarien festgelegt, anhand derer die folgenden Analysen und Konzeptionen illustriert werden sollen: Fußballbundesligaspiele als regelmäßige Veranstaltungen, die jährlichen Kölner Lichter mit mehreren 100.000 Besuchern sowie einmalige Events wie Kirchentage.
5./6. Juni 2008: Auftaktveranstaltung
Die Auftaktveranstaltung des Projektes VeRSiert fand am 5. und 6. Juni 2008 in Köln beim Verkehrsverbund Rhein Sieg/Nahverkehr Rheinland statt.
Alle Projektpartner sowie der Projektträger VDI stellten ihre Arbeitsziele vor, übergreifende Klassifikationen und Szenarien wurden diskutiert sowie die nächsten Schritte besprochen.
Zudem fanden Ortsbesichtigungen der Kooperativen Verkehrsleitzentrale (Stadt Köln), der U-Bahn-Haltestelle Dom/Hauptbahnhof (KVB), des Kölner Hauptbahnhofes sowie der 3-S-Zentrale (DB Station&Service AG, Bahnhofsmanagement Köln) statt.