Informationstechnische und organisatorische Bausteine
Sieben eng miteinander verwobene Bausteine werden für die Konzeption in VeRSiert verfolgt.
Informationstechnische und organisatorische Bausteine
Die informationstechnische Unterstützung für den planerischen Umgang mit den Herausforderungen umfasst die folgenden vier Bausteine:
  • Simulation
    Um sich bereits im Vorfeld auf Krisensituationen vorbereiten zu können, werden Simulationen eingesetzt. Dazu wird Simulationssoftware genutzt, mit der Krisensituationen dargestellt und die Dynamik von Personen und Gruppen im Krisenfall untersucht werden können. So kann z.B. das Verhalten an Knotenpunkten unter extremen Rahmenbedingungen im Öffentlichen Personennahverkehr wie an Bahnhöfen (Analyse veränderter Verkehrströme bei Feuer oder Explosionen, etc.) simuliert werden.
  • Videoanalyse
    Zur Diagnose von Gefahrensituationen werden videogestützte Systeme eingebunden, mit denen musterbasiert auffälliges Verhalten von einzelnen oder Gruppen automatisch erkannt und nach einer Risikoanalyse verschiedene Warnfunktionen ausgelöst werden.
  • Informations- und Kooperations-Portal
    Um im Krisenfall schnell reagieren zu können, ist es notwendig, auf eventuelle Gefahrensituationen vorbereitet zu sein und schnelle Informations- und Entscheidungswege zu haben. Für die Dokumentation der Absprachen während der Planungsphase von Großveranstaltungen, auf die im Einsatzfall schnell zugegriffen werden muss (Erreichbarkeit aller wichtigen Entscheidungsträger), wird beim NVR ein digitales Informations- und Kooperations-Portal mit allen Entscheidern gemeinsam erarbeitet und konzipiert. Dafür sind die relevanten Informationseinheiten zu identifizieren, die der jeweilige Benutzer zur Erfüllung seiner Aufgabe beim Eintreten der Gefährdungen benötigt. Eventuell sind weitergehende Schnittstellen zwischen verschiedenen IT-Systemen erforderlich, um den schnellen Zugriff für alle Beteiligten zu gewährleisten. Die Technik muss besser vernetzt werden, damit die Lagebeurteilung vor Ort besser und objektiver möglich ist.
  • Mobile Dienste
    Im Zuge der hohen Verfügbarkeit von Mobiltelefonen in der Bevölkerung wird untersucht, in wieweit bereits bestehende ortsbezogene mobile Dienste zur Kommunikation mit den Bürgern und Bürgerinnen genutzt werden können, insbesondere zur Gefahrenmeldung und zur Fluchtweginformation. Auch die Kooperationstechnische Integration von möglichen Multiplikatoren und Vermittlern wie ehrenamtlichen Veranstaltungshelfern, Servicepersonal oder Ladenbetreibern in Bahnhöfen wird betrachtet.
Drei organisatorische Ansätze sind von zentraler Bedeutung für VeRSiert:
  • Sicherheitsbefragung
    Die Befragung liefert für definierte Ereignisse und Zielgruppen konkrete Resultate über das subjektive Sicherheitsempfinden für einzelne Besuchergruppen wie z. B. Fußballfans, Konzertbesucher, ältere Personen oder Geschäftsreisende zu konkreten Situationen wie Rolltreppe fahren, U-Bahn fahren, auf dem Bahnsteig warten, etc.
  • Mitarbeiterschulung
    Erarbeitung und Erprobung eines konsistenten und veranstaltungstypspezifischen Informationskonzeptes für verschiedene Gruppen von Mitarbeitern bei den beteiligten Institutionen im Vorfeld von und bei Bedarf während Großveranstaltungen.
  • Fahrgastinformation
    Konzeption und Erprobung eines medienübergreifenden Informationskonzeptes für Verkehrsteilnehmer bei Großveranstaltungen, und zwar sowohl für Veranstaltungsbesucher als auch für Standardfahrgäste.