Projektidee
Die erhöhte Mobilität vieler Menschen und das Bestreben der Städte, ihre Attraktivität für Bürger und Besucher zu steigern, hat zu einer wachsenden Zahl von Großveranstaltungen mit jeweils vielen Tausend Teilnehmern geführt (Sportveranstaltungen, Konzerte, Karneval, Stadtfeste, Jugendtreffen, etc.). Gegenüber der alltäglichen Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für Arbeits-, Freizeit- und Versorgungswege stellen Großveranstaltungen erhöhte Anforderungen an den ÖPNV hinsichtlich der spezifischen Planung vorab sowie der Reaktionsfähigkeit währenddessen.
Neben der Bereitstellung erhöhter Beförderungskapazitäten für kurze Zeitabschnitte für die Zufahrt zum und dem Abtransport vom jeweiligen Veranstaltungsort ist insbesondere die Gewährleistung der Sicherheit als Herausforderung hervorzuheben. Alleine schon wegen der großen Menschenzahlen kann sich eine eigene Gefährdungsdynamik entfalten. Durch Gemeinschaftserlebnisse, aufgeputschte Stimmung oder Alkohol können die Gewaltbereitschaft steigen, Panik durch Gedränge oder bewusste Aggression ausgelöst werden. Zudem bieten Großveranstaltungen ein potenzielles Ziel für Terrorakte und weisen ein höheres Schadenspotential bei Unfällen auf.
Für die An- und Abreise zu Großveranstaltungen müssen Besucher häufig öffentliche Verkehrsmittel benutzen, da für den Motorisierten Individualverkehr weder die Straßen - noch die Stellplatzkapazität zum Parken der Pkws in ausreichendem Maß zur Verfügung steht. Die vorrangige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird zum Teil dadurch unterstützt, dass die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bereits im Eintrittspreis der jeweiligen Veranstaltung (Kombiticket) enthalten ist.
In den Verkehrsmitteln sowie an den Haltestellen und beim Umsteigen ist aufgrund der räumlichen Enge, der teilweise fehlenden Orientierung von auswärtigen Besuchern und des notwendigen Wartens die Gefahr von sicherheitsbedrohenden Situationen besonders ausgeprägt.
Hinzu kommt, dass Großveranstaltungen vermehrt in das internationale Interesse rücken und durch Fernsehübertragungen einer breiten Öffentlichkeit weltweit zugänglich sind, in Köln z.B. während der Fußballweltmeisterschaft oder beim Weltjugendtag mit dem Besuch des Papstes. Durch die erhöhte Öffentlichkeitswirksamkeit steigt auch der Anreiz für Terroristen, Großveranstaltungen auszunutzen, wodurch sich die Gefahr von Anschlägen erhöht.
Die Gewährleistung von Sicherheit im öffentlichen Verkehr bei Großveranstaltungen wird dadurch erschwert, dass eine Vielzahl von Unternehmen und Organisationen der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand beteiligt ist. So arbeiten bei Veranstaltungen vor, während und nach dem Ereignis Veranstalter, Betreiber der Veranstaltungsstätten, die jeweils zuständige Stadtverwaltung, verschiedene Verkehrsunternehmen, die in Verbünden zusammengefasst sind, Polizei und Feuerwehr nach ihren jeweils eigenen Handlungsregeln sowie Vorgaben ihrer Einsatzstäben und Leitstellen zusammen.